Paris. So viel habe ich schon gehört über diese Stadt. Traumhaft und romantisch, sagen die einen. Dreckig und überschätzt, sagen die anderen. Sie wirkte für mich bisher immer ein bisschen abgehoben und übertrieben stolz. Aber auf Vorurteile darf man sich nicht verlassen und so habe ich mich entschlossen, für den Geburtstag einer Freundin, spontan nach Paris zu fahren.

Genau, fahren. Nicht fliegen. Aber nicht mit dem Auto, sondern mit der Bahn. Da ich spät dran bin, zahle ich im wahrsten Wortsinne auch den Preis dafür. Ich beschäftige mich aber erstmals auch brav mit der Sparpreis-Politik der Bahn und hole mir Referenzen über die Fahrt mit dem TGV ein. Erstaunlich viele Menschen sind positiv angetan von dieser Möglichkeit ohne Umsteigen nach Paris zu kommen. Gesagt, gebucht. Dank Janett vom Blog Teilzeitreisender.de habe ich sogar noch 15,-€ auf meine Fahrt gespart, denn sie ist als innerdeutsche Vielreisende so etwas wie ein Bahn-Profi und weiß, dass auf der Toffifee-Packung derzeit ein 15,-€ Gutschein zu haben ist. katsching An dieser Stelle ein ganz liebes Dankeschön an Dich, liebe Janett!

Die Hinfahrt wird dann doch erstmal ein Mix aus Regional Express bis Karlsruhe und ICE. Nur so kann mein Gutschein angerechnet werden. Während ich die ersten Zeilen dieses Textes schreibe, stelle ich fest, dass im Regional Express nur der Kaffee warm ist. Auf Heizung oder Ähnliches wird bei 8 Grad Außentemperatur lieber verzichtet. Was soll’s, ist doch Abenteuer….

Mit dem ICE ab Karlsruhe geht’s flott und dann bin ich auch schon mitten drin im Pariser Lifestyle. Der beginnt erst einmal mit warten am Metro-Ticketschalter. Touchscreens sind hier noch Mangelware. Man „scrollt“ mit einem Metallrad durch die Menüpunkte, aber die meisten Geräte haben ein deutsches Menü. Das U-Bahn Netz ist gewaltig, aber dadurch natürlich auch die beste Art sich fortzubewegen.

Wir sind im Laufe des Wochenendes auch viel Uber gefahren, was sich ebenfalls als äußerst praktisch erwiesen hat. Hab mir danach doch tatsächlich auch die Uber App runtergeladen. Jetzt fehlt´s nur noch, dass ich Air BnB Kunde werde…nein, niemals! Insider: Paris mit dem Fahrrad. Konnte es selber nicht ausprobieren, ist aber wohl absolut top. Fotofreaks kann ich das nur empfehlen, denn Paris ist eine einzige Kulisse. Fast so ergiebig wie New York City.

Also, Koffer abladen und ab in die City. Wenn man mit dem Zug in München um 06:23 Uhr losfährt, ist man mittags da. Ja, das bedeutet frühes Aufstehen, aber die Zeit will ja genutzt werden. Dann hat man den ganzen Nachmittag genügend Zeit um durch die Stadt zu schlendern, Wein zu trinken, Crêpes zu essen, an der Seine entlang in Richtung Eiffelturm zu spazieren und ganz nebenbei das Louvre anzuschauen (zumindest von außen). Das ist alles zeitlich locker drin. Wer dann abends einen Heiratsantrag plant, kann das dann natürlich am Wahrzeichen der Stadt tun, oder geht in eines der tausenden kleinen Restaurants der Stadt. Ganz besonders empfehlen kann ich das Le Compas. Absolut hervorragende französische Küche. Egal ob Tartar, Austern, Gänseleber, Schnecken oder Lamm. Alles war absolut vorzüglich. Der Service ist professionell und gut geschult. Zurückhaltend, aber zuvorkommend. Man swingt durch den Abend, isst wie ein König und verlässt glücklich das Lokal. Wer hier sein Herzblatt herbringt, darf getrost auf ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis hoffen.

Für Feierwütige empfehle ich den Club Bus Palladium. Hier ist die Schlange am Eingang zwar lang, aber das Publikum herrlich normal. Hier wird zu 70er Jahre Rockmusik getanzt, gefeiert und getrunken. Kein steifes Gehabe, sondern einfach nur gute Laune. Wir verlassen den Club um 4 Uhr morgens, 100 Leute wollen noch rein.

Der nächste Morgen kann dann mit einem Brunch im Benedict begonnen werden. Das Benedict schließt um 12:00 Uhr auf. Wer einen Platz will, ist besser pünktlich da, denn reservieren ist nicht. Für uns war leider kein Platz mehr, aber mit 14 Personen einen Tisch zu finden, ist in Paris auch nicht so einfach.

Dann eben noch ein Croque Monsieur und ein Bummel im schönen Viertel Les Marais und dann ab zum Zug. Der TGV ist sehr bequem, das Internet teilweise besser im ICE und es kommt sogar jemand vorbei, um Getränke und Snacks zu verkaufen.

Fazit: Ein Wochenende in Paris. Stell Dir vor, Du sagst deinem Schatzi am Freitagabend: „Pack deine Koffer, morgen Früh geht’s zum Eiffelturm“. Ein Lächeln ist Dir sicher. Wenn Du frühzeitig buchst, kommst Du mit 300,- € bei den Zugtickets locker hin. Vielleicht sogar noch günstiger (denk an die Toffifee ;-)). Ich selbst habe ausnahmsweise Couch-Surfing gemacht. Das The Hoxton bietet aber eine tolle Lage und einen vernünftigen Preis. Die Nacht kostet dort ab 99,-€. Ob Du dann Roomservice bestellst, oder Dich doch auf die romantisch beleuchtete Straße begibst, bleibt Dir überlassen. Den ein- oder anderen Euro Taschengeld solltest Du aber noch miteinkalkulieren. Mehr Romantik kann man vermutlich nicht in ein Wochenende packen. Viel Spaß beim Verschenken :-)!