Aus Hotelmitarbeiter-Perspektive konnte ich das Thema Brunch noch nie richtig leiden. Weder ich, noch meine Kollegen konnte sich damit anfreunden. 11:00 Uhr Frühstück abbauen und dann in kürzester Zeit einen Brunch für 100 Gäste aufbauen, die spätestens um 11:30 Uhr scharrend vor der Restauranttür warteten. Man könnte den inbegriffenen (Billig-)Sekt gar nicht schnell genug nachschenken. Sonntag für Sonntag das selbe laute und ungemütliche Horror-Szenario.

Privat war ich bisher auch immer eher ein skeptischer Brunch-Gast. Ich gebe mich immer nur ungern dem Kampf am Buffet um die letzte Weißwurst hin.

Umso überraschter war ich nun am Sonntag vom Brunch im Café Reitschule. Im ehemaligen Cavos hat man nun die Möglichkeit für 25,-€ zu brunchen. Kinder zahlen die Hälfte. Zudem sind Prosecco, eine Karaffe Wasser sowie Apfel- und Orangensaft inklusive.

Der Raum hat eine wunderbare, helle Atmosphäre, die Tische waren in weiß eingedeckt und vor allem waren sie nicht zu nah aneinandergestellt. Es waren ausschließlich größere Gruppen zum Brunchen da und so befürchtete ich einen hohen Lärmpegel, wurde aber eines Besseren belehrt. Das muss natürlich nicht immer so sein. Die Anwesenden Kinder waren entweder damit beschäftigt, sich die Pferde in der Reithalle anzuschauen oder draußen auf der Terrasse zu toben.

Das Buffet war außerordentlich schön angerichtet. Nicht zu voll, farbenfroh und für jeden Geschmack etwas dabei – vom Aufschnitt bis zu den Austern. Aber schaut Euch einfach die Bilder an. Positiv hervorzuheben ist, dass das Buffet zu jeder Zeit tadellos aussah und stets aufgefüllt wurde.

Ab 11:30 Uhr standen dann auch 3 a la carte Gerichte zur Wahl: Geschmorte Kalbsbacke oder gebratenes Lachsfilet mit Pilzrisotto und Ratatouille, vegetarisch gab´s Kürbisravioli mit geschmortem Kürbis. Auch diese Gerichte waren, ebenso wie frische Eierspeisen, im Preis inkludiert. Meine Ravioli waren ein bisschen trocken aber geschmacklich sehr gut.

Der Service war unaufdringlich und in der Regel auch sehr zügig. Hier und da hat es mal ein bisschen länger gedauert, aber keinesfalls so lange, dass man es beanstanden müsste. Abkassiert wurden wir dann vom (vermutlich) Oberkellner, welcher noch ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte und den Besuch so angenehm abrundete. Ich hatte zum Schluss einen großen Cappuccino, zwei kleine Weißbier und ein kleines Sprudelwasser und eine Rechnung von 38,-€. Wenn man davon ausgeht, dass ich rein theoretisch auch ohne alkoholische Getränke, bzw. Sprudelwasser ausgekommen wäre, ist dieser Preis durchaus in Ordnung.

Ich hatte einen sehr entspannten Sonntagvormittag und möchte Euch diesen Brunch sehr gerne and Herz legen!

Euer Gastrobenni