Das Little Wolf ist wohl das Lokal, welches ich mit am häufigsten empfohlen habe, ohne es jemals betreten zu haben. Manchmal muss man auch seinen Quellen trauen und die waren sich alle absolut einig: Das Little Wolf rockt!

Das, im wahrsten Wortsinne, kleine Restaurant ist der Ableger der mittlerweile schon kultigen Bar „Zum Wolf“. Beide Lokalitäten befinden sich in der Pestalozzistraße im Glockenbach-Viertel. Bestes Ausgehpflaster also. Ich war an diesem Abend mit zwei Schwabingern unterwegs, die ja bekanntlich nur eher selten das gelobte Land verlassen. Und dennoch hat auch sie das Smokehouse in ihren Bann gezogen und den Weg nicht bereuen lassen.

Das Wölflein versteckt sich gut zwischen Bars und Läden und verzichtet auf größere Außenwerbung. Nur ein Schriftzug an der Tür lässt einen den Eingang finden. Wenn man das Lokal betritt, hat man das Gefühl, als wäre man Bruce Willis im Film 16 Blocks. Der Tresen lädt dazu ein, sich einen Whiskey zu bestellen und lässig den Rest des Abends dort abzuhängen. Gott sei Dank habe ich reserviert, denn der Laden ist so gut wie jeden Abend ausgebucht.

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Man sitzt in kleinen Sitzgruppen und hat direkten Blick in die Küche. Über der Dunstabzugshaube hängt die Speisekarte. Sie ist überschaubar – das mag ich. Jedes Gericht mit Bedacht ausgewählt und die Preise sind absolut in Ordnung. Für die Hauptgerichte zahlt man ohne Beilage zwischen 10,-€ und 24,-€. Die Beilagen kosten zwischen 2,-€ und 4,-€. Als Vegetarier muss man sich hier nicht zwingend her verirren. Das Höchste der Gefühle ist ein Ceasar Salad. Ich habe ihn nicht probiert :-). Ich habe mir für das Jerk Chicken entschieden. Dazu eine Blue Cheese Sauce, Krautsalat, Maisbrot und Kartoffelpüree. Das Hühnchen hat eine Weile im Smoker verbracht und landet zart auf meinem Teller. Danach badet es in meiner cremigen Käsesauce und wird dann zusammen mit Krautsalat und den Kartoffeln veredelt. Hier geht’s nicht um Geschmacksexplosionen und auch nicht um reuelosen Genuss. Hier geht’s um Essen für die Seele. Kein Chi-Chi. Das Fleisch ist sehr gut, aber am besten gefällt mir das Maisbrot. Da hätte ich mich reinlegen können. Die Portionen sind gerade so ok. Ein bisschen mehr Fleisch hätte ich mir gewünscht.

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Ungewöhnlich ist die gute Weinberatung. Matthias, der mich vom Look ein bisschen an Anthony Kiedis erinnert, kümmert sich sehr aufmerksam um seine Gäste und nimmt sich auch die Zeit, einen anständigen Tropfen zum Fleisch anzupreisen. Ich mache davon dieses Mal keinen Gebrauch, sondern entscheide mich für ein Löwenbräu Urtyp aus dem Steinkrug. Immer eine gute Wahl.

Dessert gibt’s zwar auch, aber nach Kuchen oder Milchshake stand mir nicht der Sinn. Beim Kaffee ist Understatement angesagt und es wird stilecht ausschließlich Filterkaffee ausgeschenkt. Finde ich irgendwie geil. Muss ja nicht immer Cappuccino oder Espresso sein.

Wir sitzen lange, quatschen viel, machen Bilder und genießen den Abend. Ich konzentriere mich wenig auf die Speisen auf dem Tisch, sondern gebe mich eher dem Abend hin. Das passiert mir schon mal, spricht aber auch für eine angenehme Atmosphäre. Überall hängen Bilder von Indianern, unter anderem eben auch vom amerikanischen Wrestlingstar Big Chief Little Wolf. Damit wäre die Namensfrage auch geklärt.

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Fazit: Ich muss kein schlechtes Gewissen haben, dass ich dieses Restaurant quasi „blind“ empfohlen habe. Es passt und ist so herrlich anders. Klar gibt es schon diverse Diner in München, aber hier gibt´s klare Prinzipien und ein gutes Konzept zu fairen Preisen. Service ist super angenehm und aufgeschlossen, Küche klasse. Was will man mehr? Also Schwabinger, auf ins Glockenbach!