Ein Wochenende in St. Anton am Arlberg

Dieses Jahr also St. Anton am Arlberg. Jedes Jahr suche ich mir im Winter ein Domizil, in dem ich meine beiden Leidenschaften, Wintersport und gutes Essen, miteinander verbinden kann. Dass St. Anton das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs ist, war mir bereits vor der Reise klar. Aber dass es mich neben den absolut überragenden Pistenerlebnissen auch noch kulinarisch so in seinen Bann ziehen wird, hat mich dann doch überrascht.

Die Wiege des alpinen Skilaufs ist von München mit dem Auto in gut 2,5 Stunden zu erreichen. Ein Tagestrip ist eine anstrengende Angelegenheit, aber bei dem breiten Angebot an Unterkünften, wäre es schon wirklich schade, wenn man dem Skigebiet nur für einen Tag die Ehre gibt. Zumal man es spätestens vor der großen Übersichtstafel am Gipfel bereuen wird, denn dort wird einem klar, wie groß die Vielfalt dieser Region ist. Ich möchte euch nicht mit Fakten langweilen, aber bei St. Anton sind diese einfach überwältigend: 305 Pistenkilometer, 88 Bergbahnen und Lifte, 200km Varianten im freien Gelände, 2 beleuchtete Naturrodelbahnen, 40km Langlaufloipen…und nicht zu vergessen die vielen gastronomischen Hot Spots.

Unser erster Tag in St. Anton war eigentlich nur für die Anreise gedacht. Ganz entspannt wollten wir es angehen. Aber unsere Unterkunft, das Hotel Arlmont, liegt direkt neben der Nassereinbahn und somit in Sichtweite zum Schneeparadies. Wir können nicht anders und schnappen uns nach dem Check-in unsere Snowboards. Wir schaffen nur einige Pisten und dennoch begeistert uns dieser Nachmittag total. Die Vorfreude auf die kommenden 2 Tage steigt. Wir verstauen die Boards im Skikeller des Hotels, ohne dass wir dafür durch die Lobby stapfen müssen. Sehr angenehm. Apropos angenehm: Wenn man den Skitag im beheizten Rooftop-Pool mit Blick auf die Piste ausklingen lassen kann, ist das natürlich schon ein absolutes Highlight. Auf dem Weg zu den Pro7 Wintergames, welche wir an diesem Abend besuchen dürfen, durchstreifen wir den romantischen Wintersport-Ort auf der Suche nach einem guten Restaurant. Wir landen im Steakrestaurant Anthonys. Surf&Turf Burger und ein Glaserl Rotwein runden den ersten Tag ab.Der zweite Tag startet mit einem reichhaltigen Frühstück. Wir werden es auch brauchen, denn es wartet ein Tag voller Action, Powder und Abenteuer. Eine Premiere für mich ist die Fahrt mit einem Snowboard-Guide. Vorab kann ich schon sagen, dass ich das nur jedem Wintersportler in St. Anton empfehlen kann. Unser Guide Silke ist nicht nur unglaublich charmant, sondern garniert jede Liftfahrt mit einer spannenden Geschichte über die Arlberg Region. Sie kennt jeden Winkel, denn seit 12 Jahren ist sie hier sowohl im Winter als auch im Sommer als Bergführerin unterwegs. Sie kennt jeden Winkel und (fast) jedes Geheimnis von St. Anton. Fast! Denn nachdem sie uns am Vormittag durch den Tiefschnee gejagt hat, kehren wir für ein spontanes Skiwasser in der Hospiz Alm bei der Gastro-Legende Adi Hütter ein.

Tagsüber herrscht hier normaler Skihüttenbetrieb, abends genießen die Gäste dann Küche auf 2 Hauben Niveau. Ein Highlight auf der Alm ist die Besichtigung des größten Weinkellers für Großflaschen aus dem Bordeaux. Gourmets aus aller Welt kehren hier ein um sich diese Weinraritäten zu sichern. Teilweise lagern die Flaschen hier nach dem Kauf dann mehrere Jahre, bis sie Trinkreife erlangen. Der Wert der Weine im Keller bewegt sich im mehrstelligen Millionenbereich. Die Führung durch den Weinkeller ist selbst für Silke eine Premiere. Nach diesem Erlebnis geht es nochmal über die Pisten. Der Rendl ruft. Für viele St.Anton Fans der heimliche Favorit unter den vielen Bergen. Denn auf dieser Seite des Skigebiets geht es etwas beschaulicher zu und auch die Off-Piste Strecken sind Weltklasse. Wir benötigen es zwar Gott sei Dank nicht, aber Silke hat uns mit dem nötigen Lawinen-Equipment ausgestattet. Ohne Guide und diesen Rucksack würde ich diese Hänge auch nicht bewältigen wollen. Ein ums andere Mal bleiben wir stecken und kämpfen uns aus der weißen Pracht. Mühsam, aber die Linien die wir durch den frischen Schnee ziehen, entschädigen für jede Anstrengung. Das macht natürlich hungrig. Mit der Verwallstube wartet das nächste kulinarische Highlight auf uns.

Auf 2085 Metern an der Galzigbahn Bergstation ist die Verwallstube eines der höchstgelegenen Haubenrestaurants Europas. In Skischuhen genießen wir hier oben nicht nur einen fantastischen Ausblick, sondern Schmankerl wie Consommé mit Tiroler Speckknödeln und Hirschrücken. Starker Schneefall setzt ein und wir entscheiden, dass wir uns für den Genuss abseits der Piste etwas mehr Zeit nehmen werden. St. Anton, wir werden gute Freunde :-).   Après Ski und der Mooserwirt sind in St. Anton unmittelbar miteinander verbunden. Hier sollte jeder Ski- und Snowboardfahrer mal vorbei geschaut haben, bevor es zurück ins Tal geht. Bei Einbruch der Dunkelheit machen wir uns auf den Rückweg und es wartet noch eine letzte Empfehlung von Silke: der Christkindlmarkt von St. Anton. Selten habe ich etwas so Schönes gesehen. Ich bin total verzaubert von diesem tief verschneiten Märktchen. Die Kinder singen Weihnachtslieder, die Einheimischen stehen beisammen und feiern. Und wir stapfen durch den Schnee von Stand zu Stand. Von Kommerz keine Spur, einfach nur pure Winterromantik. Den Abend lassen wir im Hotel Arlmont bei einem guten Menü ausklingen. Halbpension kann man hier guten Gewissens buchen.   Der letzte halbe Tag bricht an und wir entscheiden uns für eine Rodelpartie. St. Anton hat einige Alternativen neben den Skipisten zu bieten: Eislaufbahnen, Winterwanderwege, Hallenbad oder Sporthalle mit Tennis- und Kletterangebot warten auf alle, die nicht auf die Bretter wollen. Mit der Nassereinbahn geht es wieder hinauf und dann stürzen wir uns die 4,3 Kilometer hinunter ins Tal. Die Bahn ist gut für Familien geeignet, denn die Abfahrten sind nicht zu steil und zudem sehr breit präpariert. Mit der Rodelalm gibt es auf der Hälfte der Strecke noch eine gemütliche Einkehr. Ich empfehle dieses Abenteuer mit einem Halbtages-Skipass abzudecken, denn die Einzelfahrten mit der Gondel stehen hier preislich nicht ganz in Relation.

Schweren Herzens beladen wir das Auto. Wir haben so viel erlebt und dennoch die Vielfalt des Skigebiets nicht im Ansatz ausgekostet. Bis nach St.Christoph haben wir es geschafft. Weitere Fahrten nach Lech, Zürs und Stuben wären möglich gewesen. Einer von vielen Gründen um wieder zu kommen. Bis dahin sorgt der Instagram-Kanal der Region beim Blick aufs Handy jeden Tag für Fernweh. St. Anton, wir kommen wieder!

Links zur Region und zum Hotel:

www.stantonamarlberg.com

www.arlmont.at

Offenlegung: Das Skigebiet St.Anton durfte ich im Rahmen eine Pressereise testen, zu welcher ich eingeladen war. Auf meine objektive Meinung hat das keinen Einfluss.

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