V-Hotel Bonn

Es ist immer wieder erstaunlich, über welche Kanäle ich den Weg zu einer Hotelbuchung finde. Im Fall des V-Hotels war es ein Beitrag im Hotelier-Fachmagazin Top-Hotel, welches vor einiger Zeit sehr positiv über das Hotel berichtet hatte.

Das V-Hotel macht es möglich, in den Baumwipfeln zu schlafen. Ganz so, wie man es sich als Kind immer erträumt hat. Ich hätte mir früher am liebsten ein eigenes Zimmer in den Baum gebaut um dort die größten Abenteuer zu erleben. Ich liebe es, wenn kreative Menschen solche Träume wahr werden lassen. Auf dem Bonner Venusberg wurde das 42-Zimmer Hotel durch 3 Baumhäuser namens Waldgeist, Rotkäppchen und Rostlaube erweitert.

Das wohl schönste Erlebnis im V-Hotel hatte ich, als mich der Techniker des Hauses unter dem Baumhaus ansprach, als ich gerade meine Außenaufnahmen mit der Kamera machte. Er fragte mich, ob ich Interesse hätte, noch mehr über die Baumhäuser zu erfahren. Ich nahm das Angebot dankend an und er lieferte mir erstaunliche Fakten zu den kleinen Hütten. Zum Beispiel, dass ein Baumhaus 7(!) Tonnen wiegt und somit auch zu schwer für sämtliche Baumstämme wäre. Daher stehen die Häuschen auf einer Stahlkonstruktion. Die Wände bestehen aus Zirbenholz, welches den angenehmen Effekt hat, dass es sich positiv auf den Schlaf auswirkt, indem es die Herzfrequenz reduziert und den Kreislauf stabilisiert. Er notierte sich alle meine Anmerkungen auf einem kleinen Zettel und bedankte sich für mein Feedback – einfach großartig!

Aber nun von vorne. Die Reservierung nahm ich telefonisch vor. Unkompliziert, schnell, freundlich und kompetent. Mir wurde die Rostlaube empfohlen, da sie den schönsten Blick in den Wald bietet und mit einer Art „Obergeschoss“ ein bisschen größer ist als das Waldgeist-Haus. Gesagt – gebucht. Anreise erfolgte spät, aber ohne Probleme. Man nimmt einen Weg am Hauptgebäude vorbei in Richtung Wald und erklimmt dann über eine (stabile) Treppe sein Baumhaus.

Das Zimmer an sich duftet wunderbar nach Holz und hat ein sehr angenehmes Lichtkonzept. In der Nacht konnte ich den Wald nicht mehr erkennen und freute mich daher umso mehr auf das Aufwachen mit einem Blick ins Grüne. Erstaunlicherweise war in der kompakten Laube alles zu finden, was nötig ist. Und sogar noch ein bisschen mehr… Eine Garderobe, eine (kostenfreie) Minibar, ein Flatscreen, ein Safe, eine Nespresso-Kaffeemaschine, ein Balkon, eine Kuschelecke und ein komfortables Badezimmer. Die Raumaufteilung ist wirklich klasse. Im Bad wurden die Bad-Amenities einfach in einen drehbaren Spiegel gepackt. Gewusst wie!

Die Kuschelecke kann man nur über eine Leiter erreichen, welche sich aber auch leicht wieder entfernen und platzsparend verstauen lässt. Rein theoretisch könnte dann dort oben noch ein Kind oder ein dritter Erwachsener schlafen. Das ist aber vom Hotel nicht unbedingt erwünscht, denn der Auf- und Abstieg ist sehr steil. Das könnte in der Nacht gefährlich werden.

Im Badezimmer haben mir vor allem die Duscharmaturen und der Wasserdruck gefallen. Da war ich positiv überrascht. Toll war auch die Verarbeitung der Glasschiebetür, welche die Dusche verschließt. Somit konnte kein Tropfen Wasser nach außen gelangen.

Der Flatscreen konnte zum Bett hin ausgeklappt werden. In der Minibar befand sich Reissdorf Kölsch, Wasser und Apfelschorle. Zum Naschen gab es Snickers und einen Kinderriegel. Wie gesagt, kostenfrei und täglich wird aufgefüllt! Zeit Schlafen zu gehen…

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Das Bett war ein Traum und das Zimmer lies sich gut abdunkeln. Und dann war es endlich soweit: Ich konnte den Vorhang am Fußende des Bettes aufschieben und in den Wald blicken. Das war wirklich ein tolles Erlebnis, denn der Blick wird durch nichts getrübt. Man konnte in aller Ruhe Vögel beobachten und Eichhörnchen kletterten direkt vor dem Fenster herum. Traumhaft! Schnell einen Kaffee aus der Nespresso-Maschine ziehen und wieder unter die Decke kuscheln. Das war besser als Fernsehen und unheimlich beruhigend. Nach einiger Zeit hätte ich gerne noch ein Frühstück in das Baumhaus bestellt, dies war aber leider nicht möglich. Die nötige Vorrichtung mit einem Seilzug wäre sogar vorhanden gewesen. Somit musste ich mich aufraffen um meinen Hunger im Haupthaus zu stillen.

Ich kam recht spät zum Frühstück und aß dann zusammen mit den Hotel-Angestellten. Ich empfand das als extrem angenehm und ich wurde überaus freundlich bedient. Das Buffet war überschaubar, aber bot alles was das Förster-Herz begehrt. Am besten fand ich, dass man sich seine Eierspeise selbst braten konnte/durfte. Das Buffet war so konzipiert, dass man das Gefühl hatte, man würde sich sein Essen aus der Küche holen. Man konnte sowohl drinnen als auch draußen sitzen.

Zeit für ein Fazit: Herrlich unkoventionelles Hotel auf dem Bonner Venusberg mit viel Liebe zum Detail, tollem Design und sehr sehr freundlichem Personal. Abenteuer-Faktor und romantisches Ambiente inklusive. Das Baumhaus kostete mich für eine Nacht unter der Woche 177,- € ohne Frühstück, am Wochenende kostet das Ganze 214,- €. Mehr Informationen hier auf der Website.

Grüße aus Bonn,

Euer Gastrobenni

2 Kommentare

  1. Das klingt ja nach einer besonderen Erfahrung! Werde mir das Hotel merken 😉

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