„Ist ja ätzend, wie gut Du um die Uhrzeit schon drauf bist!“ Solche Dinge muss ich mir momentan morgens anhören, denn meine Laune ist blendend und ich fühle mich rund um wohl. Nachdem ich vor einiger Zeit auf Facebook großspurig angekündigt hatte, dass ich mich eines Tages wieder einen Monat vegan ernähren würde, steht nun die Einlösung des Versprechens an. Schon erstaunlich, wie schnell sich der körperliche und geistige Zustand verändert. Erstaunlich ist aber auch, dass viele noch immer der Meinung sind, ich würde mich momentan ausschließlich von Gräsern, Blüten oder Getreide ernähren. Gott sei Dank ist die Vielfalt größer als man denkt. Hin und wieder muss man Dinge eben selbst ausprobieren um Bescheid zu wissen. Ich mache es,  weil mich die Herausforderung reizt und weil ich wieder up to date sein möchte, was die veganen Restaurants in München angeht.

Ich bin wahrlich kein guter Koch. Ich koche höchstens Pasta und Suppe. Für meine vegane Ernährung musste ich mir erstmal an einen Grundstock an Zutaten zulegen, die ich sonst eher nicht in meinem Regal stehen habe: Agavendicksaft, Kokosöl, Hafermilch, Sojajoghurt, Quinoa, Amaranth… Klingt alles sehr exotisch, aber man kann spannende Dinge daraus zaubern. Regelmäßige Gemüse- und Obsteinkäufe gehören auch dazu.  Das beherzige ich und widme mich seitdem täglich der Herausforderung sämtliche Tierprodukte beim Kochen zu vermeiden. Meine Küche sieht danach immer …na ja, nennen wir es schwierig…aus. Zudem versuche ich natürlich das Naturschauspiel Kochen in Bildern auf Instagram festzuhalten, was die Angelegenheit nicht gerade leichter macht. Hier ein paar Impressionen meiner bisherigen Lieblingsrezepte:

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Bisher sind meine treuesten Gefährten die Avocado, Zucchini, Süßkartoffel und der Tofu. Daraus lassen sich so erstaunlich leckere Dinge wie Lasagne oder Carbonara machen. Nur eben kalorienarm und tierfrei. Das ruft schnell Veränderungen im Körper hervor. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell man das merkt. Wenn man mal sämtliche Süßigkeiten und Gebäck weglässt, in denen Milch, Honig und/oder Ei steckt, hat man eigentlich schon fast den ganzen Zucker eliminiert, den man sonst so zu sich nimmt. Das wirkte sich innerhalb weniger Tage positiv auf meine Konzentration aus. Durch das Weglassen von Fleisch und anderer Fertigprodukte, bin ich seltener träge und ich komme morgens viel besser aus dem Bett. Der Stoffwechsel kommt wieder in Schwung und einen „schweren“ Magen hatte ich kein einziges Mal seit Anfang Februar. Natürlich kann man sich auch als Veganer Fertigprodukte reinziehen und alles schön fettig im Pflanzenöl braten, aber das würde ich nur im äußersten Notfall tun. Es gibt Nuggets, Cordon Bleu, Wurst…nur eben aus Tofu und mit jeder Menge Zusatzstoffe. Ist ja irgendwie auch nicht Sinn und Zweck der Sache. Wenn schon, denn schon. Meine derzeitige Faulheitslösung sind Dinkelspaghetti mit Tomaten-Basilikum-Sauce.

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Mein Restaurantbesuch im Gratitude war eine Offenbarung und es hat mir außerordentlich gut geschmeckt. Der nächste Restaurantbesuch steht an und ich bin gespannt, ob ich vielleicht noch etwas Neues entdecke. Die Mittagspause im Büro ist manchmal noch eine Herausforderung, aber Dean&David rettet mir da regelmäßig den Allerwertesten. Der Super Food Salad ist der absolute Burner und das vegane Sandwich ist wirklich reichhaltig. Manchmal koche ich auch für den nächsten Tag vor…ja, soweit ist es schon gekommen.

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Ich frage mich, wie es weitergeht. Ich habe ein tolles Körpergefühl, bin fit, wach und befasse mich intensiv mit dem, was ich esse. Zudem lerne ich täglich neue Dinge. Nach meiner letzten (zwei monatigen) Challenge, bin ich danach in ein kleines Loch gefallen. Das möchte ich dieses Mal vermeiden. Mein Ziel ist es, den Fleischkonsum so zu reduzieren, dass ich nur noch einmal pro Woche bewusst Fleisch esse. Auf Käse kann und will ich nicht verzichten. Alleine wenn ich nur daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Süßigkeiten, Kuchen, Kekse, Gummibärchen, Schokolade…hhmmm, da bin ich eigentlich der festen Überzeugung, dass ich eine Zeit lang auch wunderbar ohne auskomme. Es gibt ja „Ersatzdrogen“, wie zum Beispiel Oreos oder Ritter Sport Marzipan. Chips sind in der Regel auch vegan und Nüsse sowieso. Cola, Fanta und Sprite könnte ich rein theoretisch auch trinken, aber die drei habe ich eh schon länger vom Speiseplan gestrichen.

Spannende Sache dieses vegan und ich würde lügen, wenn ich sage ich hätte mich schon hundertprozentig daran gewöhnt. Aber die nächsten zwei Wochen wollen noch einige Rezepte ausprobiert werden. Und wer weiß, vielleicht hänge ich ja noch einen Monat dran…

Also dann, let´s go vegan and be happy!