Zu Zeiten von deutschen Skisprung-Legenden Jens Weißflog und Martin Schmitt klebte ich als Kind förmlich am Fernseher, als sie sich todesmutig bei der 4-Schanzen Tournee den Hang hinunterstürzten. Der Blick von der Schanze in Innsbruck blieb mir besonders in Erinnerung, denn der Moderator machte in der Regel den selben Witz, wie makaber es denn sei, dass die Springer beim Absprung direkten Blick auf den Friedhof von Innsbruck hätten.

Auf der Rückfahrt von Ischgl machten mein Kumpel Daniel und ich einen Abstecher nach Innsbruck. Wir wollten uns das imposante Skisprungstadion ansehen, welches bereits in den 20er Jahren entstanden ist, aber unter anderem für die olympischen Winterspiele 1964 und 1976 umgebaut wurde. 26.000 Leute finden hier Platz. Was muss das wohl für ein Gefühl sein, wenn man als Springer auf dem Absprungbalken sitzt und weiß, dass man gleich weit über 100 Meter in diesen Kessel springt? Wahnsinn!

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Der Eintritt kostet 9,50 €. Für ADAC-Mitglieder gibt es einen Rabatt von einem Euro. Der Abstecher auf der Durchreise lohnt sich alleine schon aufgrund des Ausblicks un der spannenden Architektur. Wir hatten Glück, denn es fand gerade eine Trainingseinheit statt. Drei Springer flogen an uns vorbei. Da es im Stadion mucksmäuschenstill war, konnte man sie durch die Luft zischen hören. Ein Gänsehaut-Moment. Für mich steht fest, dass ich mir hier auch mal ein „echtes“ Springen ansehen möchte. Für die besten Bilder mussten wir natürlich in den Sprungturm, wo auch ein Restaurant untergebracht ist. Der Turm ist 50 Meter hoch und wurde von der, mittlerweile verstorbenen, Stararchitektin Zaha Hadid konstruiert. Schlappe 15 Mio. Euro hat der 2002 eröffnete Bau gekostet. So, aber nun genug der Fakten.

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Das Restaurant war jetzt nicht zwingend empfehlenswert, auch wenn man hier seinen Kaffee mit einem atemberaubenden Ausblick genießen kann. Der Service und die Sauberkeit ließen leider etwas zu wünschen übrig. Der Cappuccino und die Sachertorte waren aber sehr lecker. Bei jeder Schneeplatte, die vom Dach fiel, stockte mir mal kurz der Atem. Ganz wie damals, als Martin Schmitt mit seinem lila Milka-Helm in die Tiefe sprang…