Geruch nach frischem Holz, neue Lederhocker und polierte Spiegel an der Wand. Pinsa und Pizza. Das Riva könnte wunderbar als nagelneuer Laden durchgehen. Beim Riva in Schwabing lohnt sich aber ein Blick in die Vergangenheit, denn das Lokal hat schon viel zu erzählen.

2012 etwa flogen hier beim Entschärfen einer Fliegerbombe nicht nur Tische und Stühle durch die Gegend. Der Laden hatte zwei Monate geschlossen und feierte schon vor fünf Jahren ein Re-Opening. Damals war der Laden noch doppelt so groß. Jetzt wurde er stark verkleinert und manch Stammgast will zuerst in gewohnter Manier nach links abbiegen, bis er bemerkt, dass nun raffinierte Spiegel das Lokal größer erscheinen lassen.

Weniger ist also mehr im neuen Riva. Vorne Barbereich, hinten offene Küche mit Tresen zum zugucken. Raffiniert. Mag ich. Wer mag, kann sich also ein Gläschen Wein bestellen und sich erstmal am Pizzaofen Appetit holen. Apropos Wein: Warum genau man jetzt das Thema Wein so prominent in den Vordergrund rückt und versucht, ein bisschen Grapes Weinbar Feeling ins Riva zu transferieren, indem man das Wein-Konzept ein stückweit übernimmt, erschließt sich mir noch nicht so ganz. Ich habe die Kull und Weinzierl Betriebe immer für ihre Individualität gefeiert.

Feiern kann man aber auf jeden Fall die neue Pinsa. Die Pinsa ist die Urform der Pizza, der Teig wird aus Hartweizengrieß, Reis- und Sojamehl geknetet, welcher dann 72 Stunden reift. Dadurch soll sie locker und bekömmlich werden. Ist sie auch! Ich habe gleich mehrere Sorten probiert, nämlich Ziegenkäse mit Blaubeeren und Ofenpaprika, Mortadella mit Pistaziencreme und Kräuterseitlingen sowie Mozzarella mit Rucola und Granatapfel. Das besonders leckere daran ist, dass die Zutaten auf dem knusprigen Teig noch besser zur Geltung kommen, als auf der klassischen Pizza. Mann bekommt die ovalen Scheiben bereits aufgeschnitten und muss nur noch genießen. Die Pinsa unterscheidet sich preislich nicht von der Pizza. Die Preisspanne reicht von 10,50€ bis 16,50€.

Was ich im Riva schon immer sehr geschätzt habe, ist die große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten. Zu meiner Erleichterung findet sich noch das ein- oder andere Gericht auf der Karte. Der Superfood Salad zum Beispiel. Früher war er als vegan gekennzeichnet, aber auch jetzt konnte ich keine tierischen Zutaten erahnen. Der Salat ist vollgestopft mit energiegeladenen Inhaltsstoffen: Quinoa, Grünkohl, Avocado, Blaubeeren, Gojibeeren, Feigen….

Nicht nur wegen des guten Mix auf der Speisekarte aus sündhaft und gesund, eignet sich das Riva perfekt für ein Date. Kerzenlicht und warme Töne verwandeln die Pinseria in ein romantisches Plätzchen. Dazu noch ein Hauch italienischer Flair und ein Schluckerl Wein und schon lässt es sich ungeniert flirten. Das Tiramisu kann man sich ja dann teilen 🙂

Fazit: Das Riva hat nur an räumlicher Größe verloren. Der Charme ist geblieben und die Pinsa ist eine Bereicherung für die Speisekarte. Für mich weiterhin eine der besten Pizzerien der Stadt.

Riva Schwabing

Feilitzstrasse 4

80802 München

Tel.: 089/309051808