Dunkelheit, Leder, Zigarrenduft, nackte Frauen an der Wand… die Zielgruppe meines Hotels in Frankfurt habe ich bereits beim Betreten schnell definiert. Ich hatte nur eine Nacht Aufenthalt und wenn ich mir ein Hotel suche, dann versuche ich möglichst etwas zu finden, was nicht zwingend dem Klischee eines Businesshotels entspricht. Das ist beim Roomers Frankfurt definitiv nicht der Fall. Hier öffnet sich eine große Pforte und man kommt sich vor wie Tom Cruise in Eyes Wide Shut.

Die Lage war bei meiner Auswahl nicht zwingend entscheidend, aber ich musste keine 5 Minuten vom Hauptbahnhof laufen. Es ist durchaus angenehm, wenn man sich kein Taxi oder öffentliches Verkehrsmittel suchen muss. Das Gebäude ist von außen nicht gerade auffällig, bietet aber von vielen Zimmer, sowie aus dem Spa einen grandiosen Blick auf die imposanten Hochhäuser von Frankfurt.

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Mein Check In verlief standardisiert, freundlich und vermutlich vorschriftsmäßig. Nichts Außergewöhnliches. Mit meinem Business-Dress und meinem schwarzen Trolley bin ich vermutlich nur einer von vielen. Das Zimmer ist eine dunkel, aber nicht unansehnlich. Die dominierenden Farben sind schwarz, braun und gold. Es gibt viele Glasoberflächen, die bei der ersten Berührung schon erahnen lassen, welchen Spaß die Reinigungskräfte hier haben. Zumal man eben recht wenig sieht. Die Beleuchtung ist dezent, aber ein toller Knopf neben dem Bett lässt einen vom Bett aus die komplette Beleuchtung an- und ausschalten. Top! Auf dem Schreibtisch steht eine tolle Soundstation von Marschall. Sie verleitet mich dazu, erstmal ordentlich Mucke aufzulegen und mich locker zu machen. Ich bin am Nachmittag eingecheckt, somit ist die Gefahr eines Nachbarn, der gestört werden könnte, relativ gering. Ich setze ich mich also in den großen, cheffigen Sessel und genieße die Atmosphäre meines Zimmers. Draußen die Großstadt, hier drin der wummernde Bass. Ich öffne mir ein Tannenzäpfle-Pils aus der Minibar und halte ein paar Minuten inne.

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Das Badezimmer ist ohne Zwischentür begehbar und die riesige Dusche lädt förmlich ein, sich vor dem nächsten Termin nochmal frisch zu machen. Die Pflegeprodukte sind gut, haben aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Anders wie die Chips- und Zeitschriftenauswahl. Im ganzen Haus liegen Magazine, wie GQ, Vogue oder (natürlich) Playboy, aus. Die Chips von Mackie´s of Scotland schmecken richtig gut und machen Lust auf ein zweites Bier. Ab zur Bar…

Ich mache vorher noch einen Abstecher in den Spa, aber nur um die Aussicht zu genießen. Für mehr bleibt heute keine Zeit. Die Bar ist um diese Uhrzeit noch nicht gut gefüllt, aber jeder mit dem ich über das Roomers gesprochen habe, spricht positiv über diese Bar. Selbst die Konkurrenz. Sie ist dunkel, das Personal geschult und die Auswahl der Drinks ist exquisit. Im Roomers versteht man es, die Bedürfnisse der Klientel zu stillen und legt die Prioritäten auf die richtigen Outlets. Die Bar gehört dazu.

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Beim Housekeeping muss man die Qualitätsschraube nochmal ein bisschen nachdrehen. Ich bekam gleich zwei Mal unangemeldeten Besuch. Einmal wurde mir ein Bügeleisen (wie bestellt) gebracht, doch leider wurde vergessen zu klopfen. Am nächsten Morgen bekam ich noch vor dem Klingeln des Weckers Besuch. Not good! Gott sei Dank habe ich so gut geschlafen und war mehr als entspannt. Das lag aber unter anderem auch am hervorragenden Roomservice, bzw. der Flexibilität der Küche. Ich ernähre mich ja größtenteils noch vegan und nachdem mich um halb 12 nachts auf einmal der Hunger überkam, versuchte ich mein Glück. Die Küche kochte nicht nur vegan für mich, sondern ging auch noch darauf ein, dass ich das angebotene Gericht bereits mittags hatte und änderte kurzerhand die Zutaten. WTF? Super!

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Das Frühstücksbuffet ist überbordend. Auch hier gibt es wieder sehr souveräne Gastgeber und Sonderwünsche werden überaus zuvorkommend erledigt. Man kann sowohl gesundheitsbewusst frühstücken, man kann sich aber auch erstmal ein Gläschen hochwertigen Wodka eingießen und auf den vorigen Abend anstoßen.

Fazit: Das Roomers hat Ecken und Kanten, aber an der richtigen Stelle. Es frisst Dich auf und spuckt Dich am nächsten Tag zufrieden wieder aus…oder sollte ich besser sagen, befriedigt?